Die Augenklinik am Klingenberg ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015 und hat alle hygienischen und technischen Zulassungen durch Gesundheitsamt, Hygieneinstitut, TÜV, Sachverständigen für OP-Elektrik und Sozialministerium.
Die Raumtechnik (OP-Klimaanlage Raumklasse 1B, Notstromversorgung) befindet sich auf Klinikniveau, und die Augenklinik gehört zu den operativen Einrichtungen, die eine maschinelle Instrumentenaufbereitung aller bei der Operation verwendeter Instrumente obligat durchführen. Hierdurch wird eine extrem hohe Sauberkeit und Sterilität gewährleistet, was die Infektionswahrscheinlichkeit reduziert.
Der 150 qm große Op-Trakt hat folgende Raumaufteilung: drei Schleusen für Patienten, Personal und Material, Ein- und Ausleitungsbereich, Instrumentenaufbereitungsraum, Sterilisationsraum sowie 2 voll ausgestattete OP-Räume.
Um unsere Patienten vor technischen Ausfällen zu schützen sind alle technischen und medizinischen Einrichtungen bzw. Geräte mindestens doppelt vorhanden.
(so könnte z.B. auch bei einem Ausfall in einem OP-Raum in den ständig betriebsbereiten zweiten OP-Raum gewechselt werden)
Durch Chargendokumentation und Validierung kann auch noch nach Jahren für jeden Patienten der Aufbereitungs- und Sterilisationprozess der bei ihm zur Anwendung gekommenen Instrumente und Geräte nachverfolgt werden.
Zu guter Letzt werden unsere Patienten während ihres gesamten Aufenthaltes im OP-Trakt durch eine/einen Anästhesist(in) betreut. Während Vorbereitungs-, OP- und Erholungsphase erfolgt eine lückenlose Überwachung des Kreislaufes mit EKG-Ableitung, sowie Kontrolle von Blutdruck und Blutsauerstoff. Auch wird individuell abgestimmt ein Beruhigungsmittel zur Operation gegeben.
Für die sorgfältige Vorbereitung einer Kataraktoperation sind präzise Untersuchungen und der Einsatz innovativer Medizintechnik von entscheidender Bedeutung.
Mithilfe modernster Laser- und digitaler Diagnosesysteme können die individuellen Eigenschaften Ihres Auges exakt vermessen und krankhafte Veränderungen frühzeitig erkannt werden. Diese präzisen Daten bilden die Grundlage für eine sichere Operationsplanung sowie die optimale Auswahl der Kunstlinse. Wie die eingesetzten Geräte funktionieren und welche Rolle sie in der Vorbereitung der Kataraktoperation spielen, erfahren Sie hier.
Unsere Geräte:
- Applanations-Tonometrie (Haag-Streit):
Bei der Applanationstonometrie an der Spaltlampe wird der Augeninnendruck bestimmt, indem gemessen wird, welche Kraft erforderlich ist, um die Hornhaut kurzzeitig abzuflachen. Ziel ist es, eine definierte Abflachungsfläche mit einem Durchmesser von etwa drei Millimetern zu erzeugen. Da die Hornhautdicke das Messergebnis beeinflusst, muss der gemessene Wert entsprechend angepasst werden. Ein Verdacht auf ein Glaukom besteht, wenn bei wiederholten Messungen Augeninnendruckwerte von 22 mmHg oder höher festgestellt werden. Da jedoch auch bei niedrigeren Druckwerten Schäden am Sehnerv auftreten können, sind ergänzende Untersuchungen des Sehnervenkopfes, wie beispielsweise Gesichtsfeld-Untersuchung oder Papillen-OCT, sinnvoll und empfehlenswert. - Spaltlampenfotographie (DigiPro, Bon Optic):
Auch im Rahmen einer Kataraktoperation ist eine sorgfältige Kontrolle des vorderen Augenabschnitts wichtig, um mögliche Nebenbefunde frühzeitig zu erkennen. Veränderungen an Hornhaut, Bindehaut, Iris oder Linse entwickeln sich oft langsam und werden vom Patienten zunächst nicht bemerkt. Eine präzise Diagnostik, exakte Dokumentation und regelmäßige Verlaufskontrolle sind daher besonders wichtig. Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine exakte fotografische Dokumentation dieser Bereiche. Der Vergleich der Aufnahmen über die Zeit hilft, selbst kleinste Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls vor oder während der Kataraktoperation zu berücksichtigen. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und die Bilder können Ihnen direkt am Monitor gezeigt und erläutert werden. - Endothelzell-Mikroskopie, (Nidek, Eyetec GmbH):
Die Hornhaut ist ein klares, durchsichtiges Gewebe, dessen Gesundheit entscheidend von einer kontinuierlichen Versorgung mit Nährstoffen abhängt. Im Rahmen der Vorbereitung einer Kataraktoperation ist die Untersuchung des Hornhautendothels besonders wichtig, um den Bedarf eines endothelschonenden Operationsverfahrens zu bestimmen – beispielsweise bei einer Fuchs’sche Endotheldystrophie. Die Endothelzellmessung erfolgt berührungslos mit einem hochpräzisen, computerunterstützten Spiegelmikroskop. Dabei wird die innerste Zellschicht der Hornhaut vergrößert betrachtet, sodass Struktur und Dichte der Zellen exakt dokumentiert werden können. Verschiedene Faktoren, wie frühere Augenoperationen, das Tragen luftundurchlässiger Kontaktlinsen, bestimmte Medikamente oder andere Einflüsse, können die Hornhaut schädigen. Auf Grundlage der Endotheluntersuchung kann der behandelnde Arzt das geeignete Operationsverfahren auswählen und gemeinsam mit dem Patienten realistische Erwartungen an das Sehresultat nach der Kataraktoperation besprechen. - IOL-Master von Zeiss (Optische Biometrie):
Vor dem Einsetzen einer künstlichen Augenlinse – der sogenannten Intraokularlinse (IOL) – ist eine präzise Berechnung der benötigten Brechkraft entscheidend, um später ein optimales refraktives Ergebnis zu erreichen. Hierfür kommen moderne Laserverfahren zum Einsatz, mit denen Achslänge, Hornhautradien und Vorderkammertiefe des Auges berührungslos und höchst genau vermessen werden. In unserer Praxis nutzen wir hierfür den IOL-Master von Zeiss, ein hochpräzises Messsystem, das exakte biometrische Daten liefert. Diese Messungen bilden die Grundlage für die exakte Auswahl und Berechnung der IOL und sind damit ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung jeder Kataraktoperation. - Optische Kohärenz-Tomographie (SD-OCT Copernicus Revo FC, Optopol technology, Eyetech GmbH):
Die OCT zeigt die einzelnen Netzhautschichten der Makula in hoher Auflösung. So lassen sich Veränderungen wie Makulaödem, altersbedingte Makuladegeneration oder diabetische Retinopathie frühzeitig erkennen und dokumentieren. Zusätzlich ermöglicht die Messung der Nervenfaserschichtdicke am Sehnerv die Beurteilung möglicher Glaukomschäden. Damit können Risiken für das Sehen nach der Kataraktoperation besser eingeschätzt und bei Bedarf präventive Maßnahmen geplant werden. - Pentacam® (Oculus Optikgeräte GmbH):
Dreidimensionale Vermessung des vorderen Augenabschnitts mit dem Scheimpflug-Verfahren. Die Pentacam misst den vorderen Augenabschnitt mithilfe einer automatisch rotierenden Kamera in nur wenigen Sekunden berührungslos. Dabei werden zahlreiche hochauflösende Aufnahmen erstellt, die verschiedene Ebenen des Auges detailliert erfassen. Verschiedene Auswertungsmodule wie Topographie, Pachymetrie und Densitometrie ermöglichen eine umfassende Analyse der gewonnenen Daten. Mit der Kataraktanalyse kann der Grad einer Linsentrübung objektiv bestimmt werden. Durch wiederholte Messungen lässt sich der Krankheitsverlauf dokumentieren und überwachen. Die Pachymetrie, also die Vermessung der Hornhautdicke, ist zudem entscheidend, um Augeninnendruckmessungen korrekt beurteilen zu können. Für die Planung und Berechnung von Premium-und Sonderlinsen ist die Pentacam von großer Bedeutung. Sie liefert präzise Daten über Hornhautform, Kammerwinkel und Linsentrübung, die es ermöglichen, die geeignete Linse individuell auszuwählen und eine optimale postoperative Sehqualität zu erzielen. - VERION™ Image Guided System (Alcon):
Präzise Planung torischer Intraokularlinsen. Bei der Versorgung von Patienten mit Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) kommen torische Intraokularlinsen zum Einsatz, um die Sehschärfe nach der Kataraktoperation optimal zu korrigieren. Für eine exakte Auswahl und Berechnung dieser Linsen nutzen wir moderne biometrische Messsysteme von Alcon, die präzise Daten zum Auge liefern. Das Gerät misst unter anderem die Hornhautkrümmung und den Achsenwinkel des Astigmatismus, die vordere Augenkammer und Hornhautform und die Gesamtkammergeometrie, um die korrekte Ausrichtung der torischen Linse zu bestimmen. Diese hochpräzisen Daten sind entscheidend, damit die torische Linse exakt auf die Achse des Astigmatismus ausgerichtet werden kann. Nur so lässt sich das postoperative Sehpotenzial vollständig ausschöpfen, und die Abhängigkeit von Brillen nach der Operation wird minimiert. Durch diese präzise Voruntersuchung können wir die optimale Linse auswählen und die Operation bestmöglich planen, um ein zufriedenstellendes, weitgehend brillenfreies Sehergebnis zu erreichen. - Ultraschall-Biometrie (A- und B-Scan, Compact Touch, Quantel medical, Polytech Domilens GmbH):
Die Ultraschall-Biometrie ist ein bewährtes Verfahren zur Vermessung des Auges im Rahmen der Vorbereitung einer Kataraktoperation, wird heute jedoch meist ergänzend eingesetzt, da die optische Biometrie (z. B. IOL-Master) präzisere Messwerte liefert.
Dabei kommen zwei unterschiedliche Messmethoden zum Einsatz:- A-Scan (Amplitude-Scan) misst die Achslänge des Auges, also den Abstand von der Hornhaut bis zur Netzhaut und liefert wichtige Daten für die Berechnung der Brechkraft der Intraokularlinse.
- B-Scan (Brightness-Scan / 2D-Ultraschall) stellt das Auge in zweidimensionalen Schnittbildern dar, ermöglicht die Beurteilung des hinteren Augenabschnittes, auch wenn die Linse stark getrübt ist oder die Sicht eingeschränkt ist und hilft, mögliche Begleiterkrankungen wie Netzhautablösungen, Tumoren oder Glaskörperveränderungen zu erkennen, die die Operationsplanung beeinflussen können.
- Dieses Messverfahren ergänzt die optische Biometrie, wenn diese aufgrund eingetrübter Medien nicht zuverlässig ist und unterstützt die präzise IOL-Berechnung und die sichere OP-Planung, insbesondere bei komplizierten Fällen.
- iCare EIDON AF (konfokaler TrueColor Widefield Netzhautscanner mit Autofluoreszenz, Bon Optic):
Die Eidon Funduskamera ist ein hochmodernes digitales Kamerasystem zur detaillierten, berührungslosen Aufnahme des Augenhintergrundes (Fundus). Sie ermöglicht hochauflösende, farbgetreue Bilder der Netzhaut, Makula und des Sehnervenkopfes, die für Diagnose, Dokumentation und Verlaufskontrolle zahlreicher Augenerkrankungen unverzichtbar sind. Die Kombination aus hochauflösender Fundusfotografie und Angiographie liefert eine präzise Basis für Diagnostik, Therapieplanung und Patientenaufklärung. Patienten können die Bilder direkt am Monitor sehen, sodass Befunde anschaulich erklärt werden können.